Ein kleines Weinlexikon

Alle Angaben wurden mit freundlicher Genehmigung entnommen aus

"Das Weinlexikon"

auf CD-ROM für PC

 

ISBN 3-634-23223-4 

Win 3.1x, Win95, Win98, WinNT und Macintosh

 

EAN 9783634232238
erschienen bei systhema 

Das Weinlexikon, von Franz Schoonmaker begründet und von dem Historiker und Weinkenner Horst Dippel neu strukturiert, bietet in mehr als 2500 Stichworten einen vollständigen Überblick über die Welt der Weine. Es enthält alles über Weinanbaugebiete, Spitzenweine und deren Erzeuger, Jahrgangsweine und Erntemengen, über Rebsorten, Klassifizierungen, Lagerung, Bekömmlichkeit, Temperierung, sowie über vinologische Fachbegriffe und anderes mehr. In komprimierter Darstellung wird das internationale Weinangebot bewertet. Aber auch Spitzengewächse aus weniger bekannten Anbaugebieten werden berücksichtigt. Darüber hinaus machen es die in den Text einbezogenen Zahle und Tabellen zu einem unentbehrlichen und verläßlichem Nachschlagewerk für Fachleute und Weinliebhaber.

Das Weinlexikon unterliegt einer ständigen Aktualisierung, ist mit 39,90 DM (CD-Version) preislich sehr interessant und ebenfalls als Buch erhältlich.

Mosel-Saar-Ruwer

Viertgrößtes deutsches Weinbaugebiet mit einer Ertragsrebfläche von 12.255 ha entlang eines der malerischsten Flußtäler Mitteleuropas, dem etwa 200 km langen Moselverlauf zwischen Trier und Koblenz, ferner an der Obermosel sowie an den Unterläufen von Saar und Ruwer und einigen Hektar auf dem unteren deutschen Ufer der Sauer. Das gesamte Gebiet ist in fünf Bereiche unterteilt, von denen Bernkastel und Saar-Ruwer die qualitativ führenden sind. Es folgt der meist unterschätzte Bereich Zell-Untermosel und mit deutlichem Abstand Obermosel und Moseltor, letzterer bereits jenseits der rheinland-pfälzischen Landesgrenze im Saarland gelegen.

Die klassischen Weinlagen des Gebiets, für deren dort gewonnene Weine die Mosel seit Jahrhunderten, ja seit römischer Zeit berühmt ist, sind steile Schieferhänge, die außer für den Rebanbau für jede andere Kultur unfruchtbar sind. Da diese Hänge jedoch nur unter hohem Kosten- und Arbeitsaufwand bewirtschaftet werden können und der vorherrschende Weinbaubetrieb an der Mosel ein Klein- bis Kleinstbetrieb ist, gerät der Weinbau immer stärker unter den Druck seiner strukturellen Probleme. Dies bedeutet schlimmstenfalls Aufgabe von Steillagen und Rückzug aus dem klassischen Riesling, dem die Mosel ihren Ruhm verdankt.

Trittenheim

Ausgezeichneter Weinbauort an der Mittelmosel. Etwa 300 ha stehen unter Reben, die einen leichten, einnehmenden, nuancenreichen und charaktervollen Wein liefern. Als mit Abstand beste Rebflächen des Ortes gelten die beiden jeweils nur 0,5 ha großen und im Alleinbesitz des führenden lokalen Weingutes Milz befindlichen Lagen Felsenkopf und Leiterchen. Ungleich größer, doch immer noch herausragend sind die beiden verbleibenden Lagen Apotheke und Altärchen.

Franken

Mit 4771 ha Ertragsrebfläche eines der kleineren Weinbaugebiete und zudem das östlichste in der Bundesrepublik und das einzige mit kontinentalem Klima, dessen Nachteile (erhebliche Gefährdung durch Spät- und Frühfröste - dagegen warme, sonnenreiche Sommer) durch eine weitgehende Begrenzung auf kleinklimatisch bevorzugte Lagen, vor allem um Würzburg, teilweise ausgeglichen werden. Nach Baden werden hier die höchsten Qualitätsanforderungen aller deutschen Weinbaugebiete gestellt, zumal für Kabinettweine und Spätlesen.

Nach einer Zeit der Irrungen sind heute rund 50% der Erzeugung trockene Abfüllungen (meist in der Form des sog. "fränkisch trocken", d. h. unter 4 g/l Restzucker), die die charaktervolle Art der Weine in besonderer Weise zum Ausdruck bringen. Die besten von ihnen weisen eine schöne Frucht in Verbindung mit einem charakteristischen Bodenton auf, der ihnen einen unverkennbaren Ausdruck unter den deutschen Weinen verleiht.

Die Weine, knapp zur Hälfte aus Müller-Thurgau und zu 20% aus Silvaner sowie aus zahlreichen Neuzüchtungen gewonnen (3% Rieslinganteil und rund 190 ha rote Rebsorten), werden in der Regel in Bocksbeutel abgefüllt, die in der Bundesrepublik Deutschland sonst nur noch im Badischen Frankenland und in einigen Gemeinden der Ortenau verwandt werden dürfen.

Auslese

Lese aller vollreifen und/oder von Edelfäule befallenen Trauben unter Aussonderung aller unreifen Trauben und der daraus bereitete Wein. Die deutschen Anforderungen an die Mindestmostgewichte liegen je nach Anbaugebiet und Rebsorte zwischen 83° und 110 °Oechsle

Beerenauslese

Ein ganz besonderer, sehr seltener und entsprechend teurer Wein, der aus einzeln herausgeschnittenen, edelfaulen, wenigstens überreifen Beeren (in Österreich beides) erzeugt wird. Während bei der Auslese die reifsten Trauben gelesen und gepreßt werden, geschieht das gleiche bei der Beerenauslese, wie der Name sagt, lediglich mit den individuellen Beeren. Je nach Anbaugebiet muß dabei ein Mindestmostgewicht von 110 bis 128° Oechsle erreicht werden.

Trockenbeerenauslese

Höchste Prädikatsstufe der deutschen Qualitätsweine. Sie werden aus edelfaulen Beeren bereitet, die so lange am Rebstock hängengelassen wurden, bis sie nahezu zu Rosinen eingetrocknet sind. Ihr Mindestmostgewicht muß in der Bundesrepublik Deutschland 150 bzw. 154 °Oechsle betragen. So selten diese Weine sind, kommen tatsächlich auch wesentlich höhere Mostgewichte bis zu 200° Oechsle und mehr vor. Trockenbeerenauslesen gibt es fast nur in hervorragenden Weinjahren. Die Beeren liefern dann winzige Mengen eines sehr süßen, in der Bundesrepublik Deutschland sehr alkoholarmen (in Extremfällen nur 5-6% vol.), völlig bemerkenswerten Weins, der zu den größten Köstlichkeiten gehört, die aus Wein überhaupt erzeugt werden können.

Frankreich

Obwohl Frankreich, was die Weinerzeugung angeht, nur an zweiter Stelle, wenn es um die Rebfläche geht, sogar lediglich an vierter Stelle unter den Weinbauländern der Welt steht, ist es für viele das Weinbauland schlechthin. Rund ein Fünftel der gesamten Weltweinerzeugung kommt von hier. Doch in den Augen vieler ist die Stellung des Landes noch herausragender, wenn es um die Qualität des Weins geht: Weltweit werden die hier gesetzten Maßstäbe als vorbildlich akzeptiert, und es gilt schon als Sensation, die Schlagzeilen in der Weltpresse hervorruft, wenn in einer großen Vergleichsprobe der erste Platz einmal nicht von einem französischen Wein belegt wurde.

Heute stehen in Frankreich noch 961000 ha unter Reben (vor 100 Jahren war die Fläche noch nahezu dreimal so groß), was etwa dem Zehnfachen der deutschen Rebfläche entspricht, von der jährlich im Schnitt um die 60-65 Mill. hl Wein kommen. Die Crème der französischen Weine, die großen roten wie weißen Burgunder und Bordeaux werden dagegen von einem weltweiten Markt aufgenommen, der heute vielfach von Amerikanern und Japanern bestimmt, und nur zu etwa einem Drittel im Lande selbst abgesetzt wird.

Kein ehrbarer Franzose setzt sich zum Essen nieder, ohne dazu Wein zu trinken, denn Wein gehört für ihn zur Eßkultur. Darum ist in Frankreich ein Essen ohne Wein so selten wie Wein ohne Essen. Diese Tisch- und Trinksitte erklärt auch, warum in Frankreich die meisten Weine durchgegoren, das heißt trocken sind. In Frankreich gibt es unglaublich viele verschieden Weine. Sie alle schmecken vorzüglich auch zu deutschen Essen. Nur sollte man wissen, welche dieser vielen Weine am besten zu welchem Essen passen.

Elsaß

Ostfranzösisches Weinbaugebiet an den Abhängen der Vogesen, gegenüber von Baden. Die Weinberge liegen nahezu ausschließlich zwischen Mülhausen und Straßburg in den beiden Départements Haut-Rhin und Bas-Rhin. Das Gebiet gehört mit seinen malerischen und höchst reizvollen Weinstädtchen zu den landschaftlich schönsten der Welt. Es wird zu 95% Weißwein erzeugt (insgesamt durchschnittlich um 1 Mill. hl auf rund 12860 ha Rebfläche); die wenigen Rot- und Roséweine stammen ausschließlich aus der Pinot noir.

Sieht man einmal von dem Edelzwicker ab, der ein Verschnittwein aus zwei oder mehr Rebsorten ist, werden fast alle elsäßischen Weine aus nur einer Rebsorte erzeugt. Für diese sind folgende Sorten zugelassen: Gewürztraminer, Riesling

, Pinot gris (auch Tokay Pinot gris), Muskat (aus Muskateller und Muskat-Ottonel), Pinot (oder Klevner, aus Auxerrois, Pinot noir als Weißwein vinifiziert und Pinot gris), Sylvaner und Chasselas. Während die letzten beiden meist für den Edelzwicker verwandt werden, erscheinen die übrigen als Rebsortenweine deklariert im Handel.

Riesling

Eine der bemerkenswertesten weißen Rebsorten, die nach verbreiteter Überzeugung aus dem Rheintal stammt, wo sie vielleicht schon zu römischer Zeit angebaut wurde. In der Wachau ist man jedoch der festen Überzeugung, daß hier die eigentliche Heimat des Rieslings zu suchen ist. Als Beweis für diese Auffassung gilt, daß eine der ältesten Lagen Weißenkirchens spätestens seit der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts den Namen Ritzling trägt.

Heute ist der Riesling, abgesehen von der Bundesrepublik Deutschland und Österreich, im Elsaß, in der Schweiz, in Norditalien, in der ehem. Deutschen Demokratischen Republik, in der Tschechoslowakei, im ehem. Jugoslawien, aber auch in Chile, Südafrika, Kalifornien, Australien u. a. Ländern verbreitet. Überall liefert diese Rebsorte gute Weine, doch aus relativ kühlen Anbauzonen mit ihrer langsamen und langen Reifezeit und von schieferhaltigen oder Urgesteinsböden kommen ihre besten und vollauf bemerkenswerten Weine.

Beaume de Venise

Kleine Weinbaugemeinde östlich von Orange im Département Vaucluse, die insbesondere für ihren Muscat de Beaume de Venise bekannt ist, einen nur leicht gespriteten Vin doux naturel, der von vielen Kennern für den besten Frankreichs gehalten wird. Die übrigen Weine des Ortes dürfen als Côtes du Rhône-Beaume de Venise in den Handel gebracht werden.

Bordeaux

Hafenstadt an der Garonne und bedeutendste Stadt in Südwestfrankreich, dessen Einwohnerzahl rund 650.000 Einwohner beträgt. Einige Kilometer nördlich von Bordeaux vereinigen sich Garonne und Dordogne zur Gironde, nach der das umliegende Département mit der Hauptstadt Bordeaux benannt ist; es umfaßt das gesamte Weinbaugebiet Bordeaux. Rund 94000 ha Rebfläche weist dieses größte französische Qualitätsweinbaugebiet aus, so viel wie die der gesamten Bundesrepublik. Im Schnitt werden heute etwa 4,7 Mill. hl Wein erzeugt, was nahezu einem Viertel der gesamten französischen A.O.C.-Erzeugung entspricht. Während bis 1969 mehrheitlich Weißweine aus Bordeaux kamen, ist ihr Anteil inzwischen zugunsten der Rotweine auf gut 20% zurückgegangen.

Sämtliche auf den Qualitätsweinflächen der Gironde erzeugten Weine dürfen als Bordeaux AC in den Handel gebracht werden.

Die Spitzenweine von Saint-Emilion stehen dagegen selbst großen Médoc-Weinen in nichts nach, und Châteaux Ausone und Cheval Blanc nehmen nach allgemeiner Überzeugung heute den gleichen Rang wie Lafite, Latour, Margaux und Mouton-Rothschild ein.

Saint-Emilion

Kleine, mittelalterliche Stadt, 30 km östlich von Bordeaux malerisch auf dem zum Tal der Dordogne abbrechenden Plateau gelegen. Bereits im 4. Jahrhundert war Saint-Emilion wegen seiner guten Weine berühmt, und heute bringen seine rund 5500 ha mehr Wein unter der lokalen Appellation contrôlée hervor als jeder andere Bereich des Bordeaux-Gebietes. Die Weine - ausschließlich rot -kommen entweder aus Saint-Emilion selbst oder von der südöstlichen Peripherie. Wenn die dort erzeugten Weine die gesetzlichen Auflagen erfüllen, d. h. aus den zugelassenen Rebsorten Merlot, Cabernet franc, Cabernet Sauvignon, Malbec und Carmenère stammen, über einen natürlichen Alkoholgehalt von 10,5 bzw. 11% vol. verfügen u. a., dürfen sie unter der Appellation Saint Emilion bzw. Saint Emilion grand cru in den Handel gebracht werden.

Château

Heute vor allem im Bordeaux-Gebiet verwendeter Ausdruck für jedes Weingut einschließlich seiner meist in unmittelbarer Nähe bzw. mehr oder weniger geschlossen um die Gebäude gruppierten Rebflächen. Noch bis weit ins 20. Jahrhundert hinein war der Ausdruck auf mittelalterliche Burgen bzw. frühneuzeitliche Adelssitze beschränkt. Heute verbirgt sich hinter dem Namen Schloß oft nicht mehr als ein Bauerngehöft. In Frankreich darf der Name Château auf dem Etikett lediglich verwandt werden, wenn das Gut über eine eigene Rebfläche verfügt, von dem der Wein stammt. Dabei muß der Wein nicht auf dem Gut abgefüllt werden. Ist er dies jedoch und mithin eine Erzeugerabfüllung, lautet der französische Etikettenaufdruck Mis(e) en bouteille(s) au château.

Mis(e) en bouteille(s) au Château

(domaine, à la propriété, par les producteurs réunis)

Angabe auf französischen Weinetiketten, entspricht Erzeugerabfüllung, (deutsche Bezeichnung Schloßabfüllung)

Grand cru

Wörtlich Großes Gewächs und eine Einstufung, die im französischen Weinbau oftmals anzutreffen ist. So sind die 25 besten Lagen des EIsaß offiziell - mit ergänzenden Bestimmungen über Rebsorten, Ertrag, Mindestmostgewicht u. a. - als Alsace grand cru eingestuft. In der Champagne sind die 17 qualitativ führenden Orte mit dem Prädikat grand cru versehen, gegenüber denen als premier cru (Erstes Gewächs) eingestufte Orte ein geringeres Niveau haben. Ähnlich sind in Burgund die rund 30 besten Lagen als grands crus klassifiziert (und ihr Wein erscheint ohne zusätzliche Ortsangabe nur mit dem Lagennamen im Handel), während die premier cru-Lagen ein etwas geringeres Niveau haben und den Namen der Gemeinde zusätzlich auf dem Etikett führen müssen. In Bordeaux ist dieses alles schließlich umgekehrt. Der beste cru ist ein premier cru bzw. premier cru classé. Auf einer Stufe darunter befinden sich die als grands crus classés eingestuften Weine.

Burgund

(Bourgogne). Die Provinz in Ostfrankreich ist weltberühmt durch ihre großen Rot- und Weißweine von der Pinot Noir bzw. der Chardonnay-Traube. Anders als das in sich geschlossene Weinbaugebiet Bordeaux stellt sich Burgund mit seinen unterschiedlichen nicht zusammenhängenden Regionen dar. Den Weinbaugebieten Cote de Nuits und Cote de Beaune (Department Cote dÓr) sowie der Cote Chamlonnaise und dem Maconnais. Im Nordwesten des Chablis und im Süden das Beaujolais gehören zwar verwaltungstechnisch zum Burgund, sind jedoch Weinbaugebiete von großer Eigenständigkeit, so daß man sie getrennt betrachten muß. Die Weinberge Burgunds liegen auf Jurakalk-Böden. Das Klima in Burgund ist weitgehend kontinental. Im Winter ist es merklich kälter in Bordeaux, die Frühjahrstemperaturen sind ähnlich und die im Sommer etwas kühler.

Chablis

Kleinstadt südöstlich von Paris im Département Yonne, nach der einer der berühmtesten weißen Burgunder benannt ist. Er kommt aus einem insgesamt 17 Ortschaften umfassenden Gebiet und darf ausschließlich aus Chardonnay erzeugt werden. Rund 1400 ha stehen unter Reben, und unter den Bezeichnungen Chablis, Chablis premier cru und Chablis grand cru werden, vor allem bedingt durch die erhebliche Frostgefährdung, jährlich etwa zwischen 45000 und 85000 hl erzeugt. Hinzu kommt noch der populäre, doch qualitativ weniger bedeutende Petit Chablis.

Der feinste Chablis, der sog. grand cru, kommt von einem einzigen Südhang oberhalb von Chablis mit rund 110 ha Rebfläche, die in acht Lagen unterteilt ist: Vaudésir, Les Clos, Grenouilles, Valmur, Blanchots, Preuses, Bougros und La Moutonne. Die Namen dieser Lagen erscheinen durchweg auf dem Etikett (mit der Angabe Chablis grand cru). Die Weine sind körperreich, tief, komplex und ausdrucksvoll.

Loire, La

Der längste und zudem vielleicht malerischste Strom Frankreichs, der auf seinem rund 1000 km langen Weg von der Quelle im Massif Central südwestlich von Lyon bis zu seiner Mündung in den Atlantik bei Nantes durch eine Reihe französischer Provinzen und vorbei an zahllosen großartigen Schlössern fließt. Auf seinem gesamten Lauf ist der Strom, wenn auch mit Unterbrechungen und unterschiedlicher Konzentration, von Reben begleitet. Dieses Weinbaugebiet, die Vallée de la Loire, ist mit seinen 53000 ha das vielgestaltigste Frankreichs und umfaßt die unterschiedlichsten Sorten von Rot-, Rosé-, Weiß- und Schaumweinen, einschließlich vins liquoreux, und die Qualitätsskala reicht von dürftig bis bemerkenswert: Anjou, Bourgueil, Chinon, Muscadet, Pouilly-Fumé, Quincy, Sancerre, Saumur, Savennières, Touraine, Vouvray u. a.

Pouilly-Fumé

Auch als Blanc-Fuméde-Pouilly bezeichneter ausgezeichneter Weißwein, der aus der Umgebung von Pouilly-sur-Loire ausschließlich aus dem Sauvignon (hier Blanc Fumé genannt) erzeugt wird: ein frischer, rassiger, fruchtiger und gehaltvoller Wein, dessen bester in guten Jahren ganz und gar hervorragend ist. Jährlich werden um die 40000 hl erzeugt. Der mit Abstand beste Pouilly-Fumé ist heute ohne Frage der Baron de L, die Spitzencuvée von de Ladoucette. Doch auch der normale de Ladoucette (Château du Nozet) ist exzellent, und weitere namhafte Erzeuger sind Château de Tracy, Jean Redde, Gitton, Chatelain, Bailly, Cordier u. a.

Châteauneuf-du-Pape

Berühmtes Weinbaugebiet im unteren Rhône-Tal nördlich der alten Papststadt Avignon. Das heute nur noch als Ruine erhaltene Châteauneuf überragt malerisch den gleichnamigen Ort und war im 14. Jahrhundert der Sommersitz der Päpste. Die Reben wachsen auf einer idyllisch anmutenden Hochebene, von der man einen weiten Ausblick auf die Rhône und ihre fruchtbare Tallandschaft hat. Der Boden besteht zumeist aus grobem Kies und kleinen Flußsteinen und ist außer für Weinbau unfruchtbar. Heute umfaßt das Weinbaugebiet von Châteauneuf-du-Pape an die 3100 ha, von dem jährlich rund 100000 hl Wein kommen, davon 98% Rot- und 2% Weißwein. Traditionell ist der Châteauneuf-du-Pape ein kräftiger, körper- und alkoholreicher (13-14% vol.), mitunter außerordentlich differenzierter und charaktervoller, im Alter zunehmend runder und weicher Rotwein. Da heute leider immer noch sehr viel mehr angeblicher Châteauneuf-du-Pape in den Handel kommt, als dort selbst in den üppigsten Jahren wachsen kann, sollte man Billigstangeboten gegenüber höchst skeptisch sein und sich möglichst an verläßlichen Namen orientieren.

Amarone

Einer der berühmtesten Rotweine Italiens, ein trocken vinifizierter Recioto della Valpolicella, ein sog. Strohwein, der aus dem Most von luftgetrockneten, teilrosinierten Trauben, den gleichen wie für den normalen Valpolicella, erzeugt wird. Auf diese Weise entsteht ein tieffarbener, langsam reifender und sehr langlebiger Rotwein von mindestens 14% vol. Alkohol, dessen Schwere, wenn voll gelungen, durch Rasse, Charakter und eine gewisse Eleganz und Samtigkeit ausgeglichen wird.

Chile

Das älteste und nach Argentinien das wichtigste weinerzeugende Land Südamerikas, in dem bereits um das Jahr 1550 Wein erzeugt wurde. Heute stehen rund 109000 ha unter Reben, die in den letzten Jahren allerdings nur um 3,3 Mill hl Wein (statt der gewohnten 6 Mill. hl) hervorgebracht haben. Das Zentrum des chilenischen Weinbaus liegt ungefähr zwischen dem 32. und 36. Breitengrad. Rund 85% des chilenischen Weinbaus entfallen mithin auf die Zentral- und die südliche Zentral-Zone. Als das beste Gebiet gilt das Maipo-Tal unmittelbar südlich der Hauptstadt Santiago, aus der die bedeutendsten chilenischen Rotweine kommen und in der die klassischen Bordeaux-Sorten Cabernet Sauvignon, Cabernet franc, Merlot, Malbec und Petit Verdot bzw. unter den weißen Rebsorten Sémillo, Sauvignon, Chardonnay, Riesling u. a. angepflanzt werden. Die hier und aus diesen Sorten erzeugten Weine können von bemerkenswerter Qualität sein und verkörpern die qualitative Spitze des südamerikanischen Weinbaus.

Argentinien

Der nach den Vereinigten Staaten größte weinerzeugende Staat außerhalb Europas, der siebtgrößte der Welt, mit einer Rebfläche von derzeit gut 280000 ha und einer jährlichen Durchschnittserzeugung von etwa 18 Mill. hl. Über 85% davon sind einfache Tafelweine, zum unmittelbaren Konsum bestimmt - ohnehin zählen die Argentinier mit etwa 60 l pro Kopf und Jahr zu den größten Weintrinkern der Welt -, während nur etwa 12% auf die Qualitätsweinerzeugung entfallen. In überwiegender Zahl werden Rotweine erzeugt, von denen die besten aus Cabernet, Merlot, Malbec, Pinot noir u.a. Sorten stammen (häufig im Verschnitt). Die besten von ihnen können von höchst beachtlicher Qualität sein, obgleich nur wenig exportiert wird. Die argentinischen Weinbaugebiete liegen zwischen dem 23. und 40. Breitengrad, und 72% der Weine stammen aus dem Staat Mendoza, 19% aus San Juan, ca. 5% werden im Staat Rio Negro erzeugt.

Chardonnay

Eine der besten weißen Rebsorten der Welt, die einige der größten trockenen Weißweine hervorbringt. Diese kommen zumeist aus Frankreich, und zwar aus Burgund, dessen große Weißweine von der Côte d'Or - darunter die Weine von Meursault bis hin zum unvergleichlichen Montrachet - den von dort kommenden Rotweinen in nichts nachstehen. Aber auch im südlichen Burgund, an der Côte Chalonnaise und im Mâconnais, bringt der Chardonnay großartige Ergebnisse hervor, während der weltweit wohl bekannteste aus ihm erzeugte Wein der Chablis ist. Schließlich ist der Chardonnay eine der drei Rebsorten des Champagners (und dabei die einzige weiße). Alle diese Weine zeichnen sich durch Frucht und Körper und durch mitunter bemerkenswertes und in seinen Spitzen unnachahmliches Maß an Komplexität und Nuancenreichtum aus.

Angesichts dieser Ergebnisse wird der Chardonnay heute auf der ganzen Welt angebaut und ist zu einer regelrechten Modeerscheinung geworden. So findet man in der Bundesrepublik Deutschland mit ihm bestockte Parzellen u. a. im Rheingau (Schloß Reinhartshausen), Rheinhessen (Weingut Dr. Muth) und Baden. In Österreich gilt er seit langem in der Steiermark unter dem Namen Morillon als eingebürgert. In Italien gibt es eine regelrechte Chardonnay-Manie, deren bislang bemerkenswertestes Ergebnis vielleicht der Cervaro della Sala ist. Auch im Norden Spaniens (Penedés) trifft man zunehmend häufig auf ihn, ebenso auf der südlichen Halbkugel (in Chile, Australien und Neuseeland). Seine bemerkenswertesten Ergebnisse außerhalb Frankreichs dürfte der Chardonnay jedoch heute in Kalifornien hervorbringen, dessen beste Chardonnay-Weine längst nicht mehr üppig, überladen und plump, sondern zunehmend differenziert und fein sind. Ampelographisch scheint die Herkunft des Chardonnay immer noch nicht restlos geklärt zu sein. Obwohl er außerhalb Frankreichs mitunter als "Pinot Chardonnay" etikettiert wird, gehört er nach Überzeugung der kompetentesten Rebforscher nicht zur Pinot-Familie und sollte daher auch nicht mit einem Weißen Burgunder (Pinot blanc) verwechselt werden.

Italien

Brunello di Montalcino ist der jüngste und prestigeträchtigste Rotwein Italiens. Um den Ort Montalcino herum, 112 km südlich von Florenz und südlich von Siena gedeiht dieser rare Spitzenwein Italiens. Das Klima der Region ist ein bedeutender Faktor für die besondere Charakteristik dieses Weins. Es herrscht ein trockenes, wärmeres Klima als in anderen Bereichen des Chianti und die offene Landschaft sorgt für die gute Belüftung und für Kühle am Abend und in der Nacht. Die ausschließlich verwendete Traubensorte ist die besonders veredelte Sangivese-Rebe, die Brunello, die in diesem Klima besonders volle und reichhaltige Weine erbringt. Für den großen Rotwein ist eine Mindest-Faßreife von drei Jahren vorgeschrieben, fünf bis sechs Jahre sind es für die Riserva-Version.

Bulgarien

Balkanstaat mit rund 140000 ha Rebfläche, die jährlich etwa 3,5 Mill. hl Wein ergeben. Überwiegend handelt es sich um Rotwein. Neben traditionsreichen Balkansorten wie Kadarka und Mavrud (Mavrodaphne) werden in zunehmendem Maße zumal französische Rebsorten wie die beiden Cabernet, Merlot, aber auch Chardonnay u. a. angepflanzt. Die Weine werden zu zwei Dritteln exportiert, traditionell vor allem in die Länder Osteuropas, seit geraumer Zeit aber auch verstärkt nach Westeuropa.

Australien

Wein gelangte erst durch die europäischen Siedler auf den fünften Kontinent, und zwar im Jahr 1788, als die ersten Reben in der Nähe des heutigen Sydney angepflanzt wurden. 1830 brachte James Bushby 20000 Blindreben von mehr als 600 verschiedenen Rebsorten von Europa nach Australien, um ihre Eignung für den dortigen Weinbau zu prüfen. Angesichts der geographischen Lage und der klimatischen Bedingungen des fünften Kontinents beschränkt sich der Weinbau auf eine Fülle unterschiedlich großer Weinbauinseln im äußersten Südosten des Landes bzw. zu einem erheblich kleineren Teil auf den Südwesten des Kontinents in der Nähe von Perth, Westaustralien. Die nächsten Rebstöcke stehen einige tausend Kilometer weiter östlich im Südosten von Südaustralien und daran angrenzend in Victoria, Neusüdwales und auf der Insel Tasmanien.

Südafrika

Seit den Tagen der weißen Kolonisation wird in Südafrika Wein angebaut. Eines der berühmtesten südafrikanischen Weingüter, Groot Constantia, wurde bereits 1684 gegründet. Heute werden auf rund 110000 ha gut 8 Mill. hl Wein unter der Marktüberwachung und -steuerung der KWV erzeugt. Die qualitativ führenden Weinbaugebiete liegen in der etwas gemäßigteren und feuchteren Coastal Region nahe Kapstadt, darunter Paarl, Stellenbosch, Constantia & Durbanville u. a. In den hinter dieser Küstenzone gelegenen trockeneren und heißeren Regionen werden hauptsächlich Likörwein und Brennweine erzeugt. Interessanterweise liegen die besten südafrikanischen Weinbaugebiete fast genau auf dem gleichen Breitengrad wie jene Australiens, Argentiniens und Chiles. Im allgemeinen sind südafrikanische Weine von guter und besserer Qualität.

Portwein

Einer der bekanntesten und hervorragendsten Likörweine der Welt, ein süßer, gespriteter Wein aus einem genau eingegrenzten Teil (rund 26000 ha) des oberen Douro-Tals in Nordportugal mit gesetzlich geschützter Herkunftsbezeichnung.

Seinen hohen Süßegrad verdankt der Portwein dem Zucker, der in den Trauben enthalten ist, aus denen er bereitet wird. Die Gärung der Maische wird an einem bestimmten Punkt des Herstellungsverfahrens abgebrochen, indem der teilvergorene Most in Fässer oder Tanks mit hochprozentigem Alkohol oder portugiesischem Branntwein im Verhältnis 1:4 gepumpt wird. Auf diese Weise erhält man einen Wein mit 19-21% vol. Alkohol, der immer noch sehr süß ist - das unmittelbare Ausgangsprodukt für die eigentliche Portweinerzeugung. Die Qualität des Endprodukts hängt weitgehend von den verwendeten Rebsorten (offiziell klassifiziert nach sehr gut bis durchschnittlich), ihrer Güte, der Lage (ebenfalls klassifiziert) und Güte der Rebflächen sowie natürlich der Pflege des jungen Weins ab.

Portwein wird in Portugal seit 1450 erzeugt

Die Spitzenjahrgänge der letzten Jahrzehnte sind 1945, 1947, 1948, 1950, 1955, 1958, 1960, 1963, 1966, 1970, 1975, 1977, 1980, 1983 und 1985. Aufgrund des in den Flaschen befindlichen starken Depots müssen sie vor dem Genuß sehr sorgfältig dekantiert werden.

Spanien

Land mit über 3000jähriger Weinbautradition und heute der größten Anbaufläche von allen Ländern der Welt, nämlich nahezu 1,6 Mill. ha. Wegen des vorwiegend trockenen Klimas ist die Ergiebigkeit des Bodens jedoch wesentlich geringer als in Frankreich oder Italien, so daß Spanien nur etwa die Hälfte der französischen oder italienischen Weinerzeugung aufweisen kann, heute im Schnitt etwa 35 Mill. hl. Unverkennbar hat der spanische Weinbau in den letzten Jahren und Jahrzehnten vielerorts große Fortschritte gemacht, aber immer noch kann man das Land, vom Wein aus betrachtet, in drei große Zonen einteilen: den Norden mit gemäßigterem Klima und vergleichsweise feucht, aus dem die besten normalen Rot- und Weißweine Spaniens kommen, berühmt für so illustre Weinbaugebiete wie Rioja, Ribera del Duero, León, Navarra, Penedés, Rueda u. a.; der mittlere Teil, sonniger, heißer, trockener, die Gebiete von Valencia, La Mancha, Valdepeñas, Alicante, Jumilla u. a., aus denen traditionell sehr alkoholhaltige, mitunter dicke und plumpe Weine kommen, wenn auch gerade hier in jüngster Zeit große Anstrengungen unternommen worden sind, höhere Qualitäten zu erzeugen; und schließlich der Süden, aus dessen Hitze und Sonne jene berühmten Likörweine kommen, für die Spanien in der ganzen Welt bekannt ist, allen voran der Sherry, aber auch der Montilla-Moriles, der Málaga u. a.

Die edelste Traube des Landes, die Tempranillo, ergibt tief dunkle Rotweine mit herrlichen Fruchtnoten, die sich hervorragend für den Ausbau im Eichenfaß eignen. Der Tempranillo verdanken die spanischen Winzer einen Großteil ihrer hochwertigen Weine, Sie wird als Hauptsorte in den Weingebieten La Rioja, Ribera del Duero, Valdepenas sowie im Penedes kultiviert, spielt aber auch in einigen kleineren D,O.s eine tragende Rolle Eine Sonderstellung unter den spanischen Weinbaugebieten nimmt D.O. Penedes in Katalonien ein, wo 98% aller Cavas hergestellt werden. Doch nicht nur die Schaumweine, auch die Stillweine sind von erster Qualität, da hier der "moderne" Weinbau schon seit vielen Jahrzehnten zu Hause ist.

Reserva

In Spanien bei Rotweinen Mindestlagerung von 36 Monaten, davon 12 im Eichenfaß, bei Weiß- und Roséweinen analog 24 bzw. 6 Monate - Qualitäten, die langsamer reifen und langlebiger sind als normale Abfüllungen (wie Vino de crianza, Vino anejo). Die Bezeichnung entspricht in etwa dem italienischen Riserva. Eine noch höhere Qualitätsstufe wird im Spanischen als Gran Reserva deklariert.

Gran reserva

Höchste Stufe spanischer Qualitätsweine (vinos de calidad, V.C.). So bezeichnete Rotweine müssen mindestens 24 Monate im Eichenfaß (Weiß- und Roséweine 6 Monate) und anschließend 36 Monate auf der Flasche gelagert sein (Weiß- und Roséweine 42 Monate), bevor sie unter dieser Bezeichnung in den Handel gebracht werden dürfen.

Cava

Wörtlich Keller und zugleich Bezeichnung für in Spanien und Portugal nach der Methode champenoise erzeugte Schaumweine, die früher in Spanien als Champán oder Xampán etikettiert wurden, was heute rechtlich nicht länger zulässig ist. In Griechenland bringen einige Erzeuger ihr Spitzencuvée unter der Zusatzbezeichnung Cava in den Handel, so der Cava Cambas, der Cava Tsantalis, der Cava Manzavino, der Cava Mantare (von Boutari) u. a.

Schweiz

Das Land in der Mitte Europas, in dem sich der deutsche, französische und italienische Kulturkreis begegnen, was sich auch auf dem Gebiet seiner Weine niederschlägt: Einige mögen an jene Südbadens erinnern, andere an die Ostfrankreichs, des Lyonnais und Savoyens, andere wiederum an Nordwestitalien. Dennoch handelt es sich in allen diesen Fällen um Schweizer Weine mit vielen, aus den rasch wechselnden klimatischen Bedingungen des Alpenlandes resultierenden Gemeinsamkeiten.

Wallis (Valais)

Das Gebiet an den Südhängen des sonnenreichen oberen Rhone-Tals wird auch als das "Schweizer Kalifornien" bezeichnet. Es ist das größte Anbaugebiet in der Schweiz. Viele der Rebberge sind terrassiert, manche als horizontal in den Hang eingeschnittene Rebflächen. Hier wird vor allem der Fendant von der Chasselas-Traube erbracht, der als Spitzengewächs mit Lagenangabe und unter der Ortsbezeichnung auf den Markt kommt. Aber auch mittelschwere Rotweine, die als Pinot noir, oder mit etwas Gamay verbunden, als Dole bezeichnet werden, sind die Spezialitäten dieser Region.

Tessin (Ticino)

Mit einer Rebfläche von 900 ha ist das Tessin das viertgrößte Anbaugebiet der Schweiz. Die Region ist das "Reich" der Merlot, die in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts hier eingeführt wurde und aus der voluminöse, extraktreiche Rotweine, aber auch Rosès und Weißweine gewonnen werden. In den Rebbergernin Höhen von unter 450 m herrscht genug Sonnenschein für die Entwicklung der Traube- - in höheren Lagen muß die Pinot Noir angebaut werden. Wachsende Popularität genießt auch der hellgelbe Merlot Bianco.

Tamborini, Lamone-Lugano

Die Firma Tamborini wurde 1944 von Carlo Tamborini gegründet und ist Nègociant und Produzent mit eigenen Weingütern und Weinbergen, wie die Tenuta Colle degli Ulivi in Coldrerio, aus der der die Collivo Weine stammen oder das Castello di Morcote, und die Tenuta Terre di Gudo mit den bekannten Merlot-Weinen .

Österreich

Wenn man Österreich etwa auf der Höhe von 400 m teilt, erhält man einen bergigen bis hochalpinen Landesteil und eine knapp 60000 ha umfassende Weinbauregion. Es ist dieses letztere Österreich, das von altersher mit Wein verbunden ist, traditionell erheblich mehr als die Bundesrepublik Deutschland oder die Schweiz. Für die Tage der alten österreichisch-ungarischen Donaumonarchie galt dies in noch größerem Umfang, fanden doch damals noch die besten Weine Südtirols, Ungarns, der ehem. Tschechoslowakei und des früheren Jugoslawiens als österreichische Weine ungehindert ihren Weg nach Wien. Aber auch heute noch konsumiert ein Österreicher mit rund 35 l pro Kopf und Jahr durchschnittlich gut 10 l mehr als ein Bundesbürger. Bei einer jährlichen Erzeugung von im Schnitt zwischen 2,5 und 3 Mio. hl bleibt selbst noch ein Ausfuhrüberschuß übrig, der sich, bedingt durch die Weinskandale, allerdings erst allmählich wieder auf die Höhe der letzten Jahre vor 1985 bewegt.

Rund 82% der österreichischen Weine sind Weißweine. 52% der Weine stammen aus drei Hauptrebsorten: Grüner Veltliner (verantwortlich für jeden dritten österreichischen Wein), Müller-Thurgau und Welschriesling. Doch von erheblicher Bedeutung können in einzelnen Gebieten darüber hinaus auch der (

Rhein-)Riesling, Zierfandler, Rotgipfler, Traminer, Weißer Burgunder, Morillon, Sauvignon blanc (Muskat-Sylvaner), Neuburger, Frühroter Veltliner, Muskat-Ottonel u. a. weiße Sorten sein. Der Rotwein stammt zu etwa gleichen Teilen aus dem Blauen Portugieser, Zweigelt blau und Blaufränkisch (Lemberger). Auch der Sankt Laurent, der Blaue Burgunder und der Blaue Wildbacher haben ihre regional unterschiedliche Bedeutung.

Weststeiermark

Das Weinbaugebiet Weststeiermark ist das klassische Schilcherland. Zwar gibt es diesen säurebetonten, fruchtigen Wein auch in anderen Gebieten der Steiermark, doch zwischen Ligist und Eibiswald erreicht er Spitzenqualität. Der Schilcher, der Rosè aus der hellgekelteten Blauen Wildbacher-Traube, ist ein lachs- oder zwiebelfarbener Wein mit betonter Herbe und prägnanter Säure und die Spezialität der Weststeiermark. Stainz, Deutschlandberg, Schwanberg, Eibiswald, Groß-St. Florian und Wies gehören zu den Orten, in denen der Schilcher Dominiert. Es gibt immer mehr Winzer, die mit Ertragsbeschränkung und sorgfältiger Vinifikation die Qualitätsnuancen beim Schilcher noch weiter herausarbeiten. Finden kann man sie auf oder unmittelbar neben der Schilcher-Weinstraße.

Canon-La-Gaffeliere, Chateau

Grand cru classé in Saint-Emilion mit 19 ha Rebfläche (60% Merlot, 35% Cabernet franc, 5% Cabernet Sauvignon) im Besitz der Grafen Neipperg. In den letzten Jahren hat das Gut durch einen deutlichen Qualitätsanstieg auf sich aufmerksam gemacht. Man sollte es im Auge behalten.

Duhart-Milon, Château

4e cru classé aus Pauillac im Haut-Médoc, an Château Lafite grenzend, mit dem es den Besitzer teilt. Auf 60 ha sind zu 58% Cabernet Sauvignon, zu 22% Merlot und 20% Cabernet franc angepflanzt. Der Wein hat seit Beginn der 1980er Jahre, wie auf Lafite, deutlich an Qualität gewonnen und ist heute wieder tief, komplex, elegant und voll auf der Höhe seines offiziellen Rangs.

Fleur-Pétrus, Château La

8 ha großes Weingut in Pomerol, im Besitz des Hauses Jean-Pierre Moueix, das zu 80% mit Merlot und 20% Cabernet franc bestockt ist. Die Weine gehören zu den großartigsten Gewächsen von Pomerol: Reich, elegant, komplex und ausgeglichen, sind sie von bemerkenswerter Statur und bezwingender Feinheit.

Haut-Brion, Château

Einer der größten Rotweine von Bordeaux, der einzige Wein der Graves, der für würdig befunden wurde, in die Klassifizierung von 1855 aufgenommen zu werden und der dabei als premier cru classé eingestuft und auf eine Stufe mit Châteaux Lafite, Latour und Margaux gestellt wurde, was 1973 erneut offiziell bestätigt wurde. Das Gut befindet sich unmittelbar jenseits der Stadtgrenze von Bordeaux in Pessac an der Straße nach Arcachon auf einer eindrucksvollen Kieskruppe und verfügt über den besten Rebboden der Graves. 40 ha sind zu 55% mit Cabernet Sauvignon, 25% Cabernet franc und 20% mit Merlot bestockt.

Hinzukommen weitere 4 ha, die der Erzeugung von Weißwein dienen und die je zur Hälfte mit Sémillon und Sauvignon bestockt sind.

Der Rotwein ist vollends bemerkenswert: Ohne die Kraft und die Kernigkeit eines Latour oder Mouton-Rothschild ist er großzügig, komplex, reich, distinguiert und von einer unnachahmlichen, nuancenreichen und wahrlich luxuriösen Eleganz. Der Weißwein erreicht nicht immer ganz dies Format, zeichnet sich jedoch ebenfalls durch komplexen Reichtum, Großzügigkeit und eine geschmeidige, einschmeichelnde Struktur aus, die in ihrer Art von höchst subtiler Natur zu sein vermag.

Margaux, Château

Premier cru classé von Margaux und, was das Château wie auch seinen Wein angeht, eines der imposantesten Bordeaux-Güter.

75 ha sind mit roten Rebsorten bestockt, davon 75% mit Cabernet Sauvignon, 20% mit Merlot und 5% mit Petit Verdot und Cabernet franc. Hinzu kommen weitere 12 ha, auf denen Sauvignon angepflanzt ist für den Weißwein von Château Margaux. Als 1977 das Gut seinen Besitzer wechselte, wurde in Bordeaux Weinbaugeschichte geschrieben. Seither hat der Wein einen kometengleichen Wiederaufstieg erlebt, so daß heute der rote Château Margaux wieder ein Wein von Tannin, Tiefe und Konzentration ist, geradezu eine Geschmacksexplosion im Glas, die eine ungeheure Komplexität und einen großen Nuancenreichtum und Differenziertheit erkennen läßt. Dabei ist es ein Wein von großer Distinktion und Noblesse.

Der 1978er war der erste Jahrgang unter der neuen Leitung, und seit dem 1979er hat es kaum einen Bordeaux-Jahrgang gegeben, in dem, nach allgemeiner Überzeugung der Kenner, Château Margaux nicht an der Spitze der roten Bordeaux gestanden hätte, so daß es nur recht und billig sein kann, festzustellen, daß Château Margaux heute die Nr. 1 unter den roten Bordeaux ist: ein großartiger, unvergleichlicher Wein. Darüber sollte nicht vergessen werden, daß selbst der Zweitwein dieses Gutes, der Pavillon rouge du Château Margaux, ein hervorragender, wenn nicht bemerkenswerter Wein ist, der jede Beachtung verdient, während der Weißwein, der Pavillon blanc du Château Margaux, den Vergleich mit exzellenten weißen Graves nicht zu scheuen braucht.

Mouton-Rothschild, Château

Weltberühmtes Bordeaux-Weingut in Pauillac und sein großartiger Rotwein. Bei der Klassifizierung von 1855 an der Spitze der 2es crus classés eingestuft, nimmt es erst seit 1973 offiziell den ihm gebührenden Rang eines premier cru ein und steht damit heute zu Recht auf einer Stufe mit Lafite, Latour und Margaux. Auf 72 ha werden aus 85% Cabernet Sauvignon, 10% Cabernet franc und 5% Merlot jährlich um die 2000 hl eines überwältigenden Rotweins erzeugt. Nicht von der finessenreichen Eleganz des benachbarten Lafite, geht der Wein eher in die Richtung des kraftvollen, majestätischen Latour: Verschlossen und mitunter abweisend in seiner Jugend und mit einem mächtigen Tannin versehen, braucht der Wein, zumal in sehr guten Jahren, meist lange, um sich zu entwickeln. Auf seinem Höhepunkt ist er dann von einem herausragenden Bukett, einer großen Geschmacksfülle und feiner Harmonie gekennzeichnet, ein nahezu vollendeter Wein, der seinesgleichen sucht und der derzeit angesichts seiner eindrucksvollen Beständigkeit an der Spitze der premiers crus von Pauillac stehen dürfte.

Dank seinem 1988 im hohen Alter verstorbenen Besitzer Philippe de Rothschild ist dieser Wein wie kein zweiter mit der darstellenden Kunst verbunden. Dieses äußert sich nicht nur in den Etiketten, die jedes Jahr von einem führenden zeitgenössischen Künstler gestaltet werden, sondern auch in dem einzigartigen Museum, in dem der Baron mit Wein verbundene Kunstgegenstände aus allen Epochen und Erdteilen zusammengetragen und meisterhaft präsentiert hat.

Lafite-Rothschild, Château

Nach Auffassung der meisten unparteiischen Experten und wohl ebenso im Empfinden des breiten Publikums das Non plus ultra aller roten Bordeaux

-Weine und das größte Rotweingut der Welt. Lafite oder Lafite-Rothschild (beide Namen sind korrekt) gilt spätestens seit dem 18.Jahrhundert, als es sich im Besitz der Grafen de Ségur befand, als premier cru, eine Einstufung, die von der Klassifizierung von 1855 ebenso wie von der von 1973 geradezu selbstverständlich bestätigt wurde. In einer der spektakulärsten Transaktionen der Weingeschichte ging das über 300 Jahre alte Weingut 1868 für 4,4 Mill. Franc in den Besitz von Baron James de Rothschild über.

Rund 95 ha stehen heute unter Reben, davon 70% Cabernet Sauvignon, 21% Merlot und 9% Cabernet franc. Der aus ihnen erzeugte Wein hat in den 1960er und 1970er Jahren nicht immer die in ihn gesetzten Erwartungen erfüllt und des öfteren zu Enttäuschungen Anlaß gegeben. Doch seit dem 1982er weist der Weg wieder steil nach oben, und Lafite nimmt heute wieder voll seinen angestammten Platz ein. Wie vordem kann man heute von einem gelungenen Lafite nicht anders als in Tönen höchsten Lobes sprechen. Er ist in jeder Hinsicht ein sprichwörtlich ästhetischer Wein von nicht zu übertreffender Finesse und Eleganz, großartig strukturiert und nuancenreich und von einzigartiger Geschmackstiefe: die Vollendung des großen roten Bordeaux.

Lynch-Bages, Château

5e cru classé in Pauillac im Haut-Médoc mit 80 ha Rebfläche (75% Cabernet Sauvignon, 15% Merlot, 10% Cabernet franc), doch nach übereinstimmender Auffassung aller Kenner heute nicht nur das beste Gewächs seiner Klasse, sondern seinem Qualitätsniveau nach eher als 2. Gewächs einzustufen: ein hervorragender Rotwein mit Körper, Tiefe, Struktur und Komplexität.

Pichon-Lalande, Château

2e cru classé aus Pauillac, dessen vollständiger, heute wieder auf Etiketten erscheinender Name Château Pichon-Longueville Comtesse de Lalande lautet. Anders als der traditionellere Pichon-Longueville (Baron) ist man auf Lalande bemüht, einen früh trinkbaren, aber dennoch langlebigen Wein zu erzeugen. Von allen klassifizierten Gewächsen Pauillacs weist er daher den niedrigsten Cabernet-Anteil (d´Anjou, Franc, Sauvignon) und den höchsten Merlot-Anteil auf: Die 73 ha sind zu 45% mit Cabernet Sauvignon, 35% Merlot, 12% Cabernet franc und 8% Petit Verdot bestockt. Das Ergebnis ist ein dem Zeitgeschmack sehr viel mehr entsprechender, einschmeichelnder Wein voll Charme, Generosität und Eleganz, der aber dabei zugleich über Kern, Tiefe, Konzentration, Komplexität und Charakter verfügt, ein wahrhaft grandioser Wein, dessen Qualitätsniveau sich spätestens seit 1975 konstant auf dem Rang 1. Gewächse befindet und einem Mouton-Rothschild, Latour und Lafite nur wenig nachsteht.

Kalifornien

Vielen Menschen ist es selbstverständlich, von Kalifornien nur in Superlativen zu reden: Von allen Bundesstaaten der USA ist er der bevölkerungsreichste, der wohlhabendste, der schönste und was sonst noch alles an Elogen kursiert. Die meisten mögen vielleicht übertrieben sein, eine aber gewiß nicht: Kalifornien ist der mit Abstand bedeutendste Weinbaustaat in den Vereinigten Staaten - und inzwischen sogar der größte auf dem gesamten amerikanischen Doppelkontinent. Mit 292000 ha Rebfläche übertrifft er sogar die argentinische um fast 10000 ha. Nahezu 90% der US-Rebfläche befinden sich in Kalifornien, und ebensogroß ist sein Anteil an der Weinerzeugung der Nation, rund 17 Mill. hl im Jahr. Kalifornien ist damit heute nach Italien, Frankreich, Spanien, Argentinien, das sechstgrößte Weinbauland der Erde. Die bevorzugten Rebsorten dafür sind Cabernet Sauvignon, Chardonnay, Zinfandel und in zunehmendem Maße auch Pinot noir. Darüber hinaus werden Sauvignon, Chenin blanc, Riesling, Gewürztraminer, Petite Sirah, Pinot blanc u. a. Sorten angepflanzt. Die besten Weine kommen in der Regel aus den kühleren Zonen der sog. Bay area San Franciscos, allen voran aus dem Napa Valley, aus Sonoma County und aus Mendocino. Aber auch Monterey County, San Luis Opispo County, Santa Barbara County, Santa Clara County, Santa Cruz County u. a. verdienen durchaus Beachtung.

Tempranillo

Die edelste Traube des Landes, ist TEMPRANILLO, ergibt tiefdunkle Rotweine mit herrlichen Fruchtnoten, die sich hervorragend für den Ausbau im Eichenfaß eignen. Der Tempranillo verdanken die spanischen Winzer einen Großteil ihrer hochwertigsten Weine. Sie wird als Hauptsorte in den Weingebieten LA RIOJA, RIBERA del DUERO, VALDEPENAS sowie im PENEDES kultiviert, spielt aber auch in einigen kleineren D.O.´s eine tragende Rolle.

Chateau TROPLONG-MONDOT

wurde Ende des vergangenen Jahrhunderts gegründet.Die Weingärten liegen in einem Stück auf den Hochebenen von Saint-Emelion. (ton- u. kalhaltige Böden)Hauptsächlich werden MERLOT (65%) u. Cabernet-Sauvignon (15%) und in geringeren Teilen auch Cabernet Franc u. Malbec bepflanzt. Einige Rebstöcke sind über 90 Jahre alt - der Mittelwert der Rebstöcke liegt bei 45 Jahren.11.000 Kisten werden an den exclusiven Weinhandel u. Privatkunden verkauft.

Chateau TOUR PRIGNAC

liegt östlich von Lesparre.(Medoc) Die Böden bestehen aus KIES, TON und Silizium. Weinsorten auf 57 ha sind MERLOT und auf 82 ha Cabernet Sauvignon. Feine, weiche und bukettreiche Weine. Das Chateau hat die "Cru Bourgeois"- Zertifizierung 1932 erhalten.

Chateau LATOUR

wurde im Jahre 1680 gegründet vom Marquis de Segur. Das Chateau liegt im PAUILLAC. Die Weingärten liegen an den hohen Hängen am Fluß Gironde und sind stark kieshaltig. Es werden 60 ha bewirtschaftet. 75% Cabernet-Sauvignon10% Cabernet Franc, sowie 5 % Malbec und Petit Verdot. Nach Vereinbahrung kann das Chateau besichtigt werden
(Tel. 56590051).

Chateau COS DÈSTOURNEL

ist ein sehr altes Chateau und erhielt 1855 die Zertifikation "Grand Cru Classe) in Saint-Estephe. Die Hanglage ( COS heißt "Hang") hat eine Gesamtfläche von 95 ha. Davon werden 70 ha bewirtschaftet. Die Rebstöcke sind im Schnitt 35 Jahre alt, und bringen ca. 300.000 Flaschen. Cabernet-Sauvignon 60% und 40% Merlot. Dieses Chateau kann ebenfalls nach Vereinbahrung besichtigt werden (Tel. 56441137). Im August ist das Chateau grundsätzlich geschlossen.

Chateau DÀRCINS

liegt im Haut-Medoc und erhielt die "CRU-Bourgeois" Zertifikation 1932. 95 ha sandig, ton- und kieshaltige Böden werden bewirtschaftet. Die Gebäude stammen aus dem vorigen Jahrhundert und sind heute Eigentum einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts. 53 ha werden mit Cabernet-Sauvignon, 36 ha mit Merlot und 2 ha mit Petit Verdot bepflanzt. Die Weine vom Chat. DÀRCINS erinnern an die Spitzenweine von Margaux.